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WARENKORB ( )

Faszinierende

Haute Horlogerie

Das Design und die Entwicklung dieser hochspezialisierten Komplikationen erfordert viel Know-how und höchste Präzision. Eine Komplikation kann leicht aus mehreren hundert verschiedenen Teilen bestehen, wobei erfahrene Uhrmacherprofis Wochen, wenn nicht gar Monate aufwenden, um die einzelnen Teile zusammen zu setzen. Die führenden Manufakturen stellen viele der Einzelteile selbst her und setzen die Uhr anschliessend händisch zusammen.

Der

Chronograph

Neben der Angabe der Uhrzeit bietet ein klassischer Chronograph eine zusätzliche Timing-Funktion, allgemein als Stoppuhr-Funktion bekannt. Zeitintervalle können mittels eines Mechanismus gemessen werden, der gestartet und gestoppt werden kann und bei Bedarf auf null zurückgesetzt wird. Sekunden-, Minuten- und Stundenintervalle werden oft an den kleineren Chronographendisplays angezeigt, der Mechanismus wird über einen oder mehrere Drücker an der Seite des Gehäuses gesteuert. Einige Chronographen messen bis zu einer Hundertstelsekunde genau, andere können bis zu zwölf Stunden lang messen.

Der

Ewige Kalender

Der ewige Kalender, auch Perpetual Calendar genannt, wurde im 18. Jahrhundert erfunden und basiert auf dem Gregorianischen Kalender. In der Welt der grossen Uhrmacher gilt er als «grosse Komplikation». Der hoch raffinierte, ewige Kalender zeigt Tag, Datum und Monat an. Einige seltene Uhren zeigen sogar das Jahrhundert und Millennium an. Ein ewiger Kalender ist eine Meisterleistung der Mikromechanik und ist auch für die erfahrensten Uhrmacher eine Herausforderung. Das Werk legt automatisch die Anzahl der Tage im Monat fest und regelt die Einstellung des Schaltjahrs. Für eine genaue Anzeige sollte der Zeitmesser stets aufgezogen sein. Lassen Sie den glücklichen Erben dieses Meisterwerks wissen, dass der ewige Kalender am 1. März 2100 um einen Tag korrigiert werden muss.

Die

Gangreserven­anzeige

Ursprünglich wurde die Gangreservenanzeige als «Réserve de Marche» bezeichnet. Sie ist dafür ausgelegt, die in der mechanischen Uhr verbleibende Leistung anzuzeigen. Die Kraft dieser Gangreserven ist direkt mit der Restspannung der Hauptspiralfeder, der Zugfeder verbunden. Die Gangreserve ist somit abhängig von der Länge der Zugfeder, eine Reserve von 40 bis 50 Stunden ist am gebräuchlichsten. Die verbleibende Kraft wird auf dem Zifferblatt angezeigt, indem die Spannung der Hauptfeder auf eine kleinere Anzeige übertragen wird, auf der die Informationen jederzeit angezeigt werden können.

Der

Jahres­kalender

Genau wie der ewige Kalender zeigt der Jahreskalender den Tag, das Datum und den Monat an. Es wird jedoch einmal pro Jahr im Februar eine minimale Anpassung benötigt, da die Kalender dieser Uhren auf 31 und 30 Tagen pro Monat basieren.

Die

Mondphase

Diese Komplikation zeigt den Verlauf der Mondphase entlang des Zyklus an. Die gebogene Öffnung auf dem Zifferblatt ermöglicht einen Blick auf einen der beiden Monde, welche auf einer rotierenden Scheibe abgebildet sind. Die drehende Scheibe bewegt den Mond von zunehmend zu abnehmend. Mondphasenkomplikationen sind in einer Vielzahl von Varianten erhältlich, einzelne bieten eine einzigartige, dreidimensionale Darstellung, andere zeigen das Alter des Mondes in Bezug auf den letzten Neumond an. Astronomische Mondphasen sind komplizierter und genauer als normale Mondphasen und benötigen weniger Korrekturen.

Die

Tag- & Nachtanzeige

Die Tag- und Nachtanzeige ist mehrheitlich ein dekoratives Element, an der die Tageszeit abgelesen werden kann. In Kombination mit einer zweiten Zeitzone, wird diese Komplikation sehr nützlich, um die Uhrzeit eines anderen Ortes mit zu verfolgen. Einfache Anzeigen verfügen über eine rotierende Scheibe mit zwei Farben, die durch eine Öffnung ähnlich einem Datumsfenster dargestellt werden. Andere verfügen über eine kleinere Anzeige mit Tag- und Nachtanzeige, mit einem Zeiger der von der dargestellten Sonne zum Mond wandert.

Die

zweite Zeitzone

Uhren mit zweiter Zeitzone präsentieren eine definierte Ortszeit sowie die Zeit in einer zweiten Zeitzone. Sie eignen sich beispielsweise für jene, die auf einen Blick die Uhrzeit in einer anderen Zone ablesen wollen und verhindern mitunter störende Anrufe zur Nachtzeit. Eine beliebte Erweiterung dieser Uhren ist die GMT Funktion, welche bei Reisen durch verschiedene Zeitzonen nützlich ist. Die GMT wurde während der Blütezeit der Schifffahrt eingeführt, später jedoch durch die UTC (Universal Time Coordinated) ersetzt. GMT ist als Ausdruck nach wie vor sehr beliebt und Uhren mit zweiter Zeitzonenanzeige verfügen oft über einen 24 Stundenzeiger der auf GMT eingestellt ist.

Das

Tourbillon

Der Schweizer Uhrenmacher Breguet gilt als Erfinder des Tourbillon und liess ihn im Jahr 1801 patentieren. Ein Tourbillon schafft eine Art Käfig, der als Hemmsystem die negativen Auswirkungen der Schwerkraft auf die Präzision von Uhren ausgleicht. Damals waren es Taschen- und Kutschenuhren. Im 20. Jahrhundert wurde das Tourbillon den Armbanduhren zugefügt und als sichtbares Element und Teil des Zifferblatts präsentiert. Ihre komplexe Technik, das aufwendige Design und die filigranen Strukturen der Tourbillons lassen die Herzen von Kennern höherschlagen.

Die

Weltzeit

Komplexer als Uhren mit zweiter Zeitzone, stellen die Weltzeituhren die Zeit mittels zwei separater Lünetten dar. Sich mit Jet Lag mit diversen Zeitzonen abzumühen ist gar nicht so einfach, hier kann die Weltzeituhr punkten. Der innere Drehring weist 24 Stunden aus und macht eine komplette Umdrehung pro Tag. Der äussere Drehring ist mit den Namen der grössten Städte der 24 Zeitzonen versehen. Die Uhrzeit zuhause liegt auf dem 24 Stunden Ring, die Zeiten anderer Zonen sind dann am äusseren Ring ablesbar.

Das

Repetitions­schlagwerk

Schlagwerke leisteten vor der Zeit der Leuchtbeschichtungen auf Zeiger und Indizes nützliche Dienste. Abhängig von der Art der Komplikation kann ein Repetitionsschlagwerk die Stunden, Viertelstunden, fünf Minuten oder sogar Minuten durch Läuten oder Klingeln angeben. Die Anzahl der Klänge gibt die Zeit mit unterschiedlichen Schlägen für die Stunde, die Viertelstunde und die Minuten an. Dies war im Dunkeln besonders nützlich und für Sehbehinderte äusserst hilfreich. Heute werden diese Stücke vor allem von Sammlern und Liebhabern von Musikautomaten hochgeschätzt.

Retrograde

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Der Ursprung der retrograden Komplikation geht auf das späte 17. Jahrhundert zurück, als einige Hersteller von feinen Taschenuhren begannen, von der Norm abzuweichen. In der Regel zeigen Taschenuhren wie auch unsere Armbanduhren heutzutage, die Zeit mit Hilfe von um eine Achse rotierenden Zeigern an. Die retrograde Funktion funktioniert jedoch anders. Die Zeiger bewegen sich auf einem halbkreisförmigen Weg, springen an dessen Ende wieder in ihre Ausgangsposition zurück und beginnen ihre Reise von neuem. Ein komplexes System aus Federn und Getrieben ermöglicht diese aussergewöhnliche Funktion. Die etwas aus der Mode gekommene retrograde Komplikation erfreut sich seit der Mitte des 20. Jahrhunderts wieder steigender Beliebtheit. Heute werden retrograde Zeiger oft mit springenden Indizes kombiniert und finden sich in aussergewöhnlichen Uhren wieder, auf denen sie das Datum, die Stunden und in einigen Fällen sogar die Sekunden anzeigen.

Der

Rechenschieber

Mit dem Aufkommen von Smartphones geriet diese Komplikation immer mehr in Vergessenheit und wird deshalb heute nur noch in wenige Zeitmesser eingebaut. Vor fünfzig Jahren war ein Rechenschieber jedoch ein wertvolles Werkzeug für alle, die in ihrem Alltag Berechnungen anstellen mussten. Die Kombination aus einer mobilen Skala auf der bidirektionalen Lünette und einer fixierten auf dem Zifferblatt der Uhr ermöglichte es Ingenieuren, Piloten und vielen anderen, komplexe Berechnungen innerhalb von Sekunden an ihren Handgelenken durchzuführen. Neben einfachen Multiplikationen und Teilungen kann ein Rechenschieber auch zur Berechnung von Kraftstoffverbrauch, Geschwindigkeit und Strecken sowie zur Umrechnung von Währungen und Temperaturen verwendet werden. Nur wenige Uhrenmarken mit einer starken Tradition in der Herstellung von funktionalen Uhren für die Luftfahrt oder die Industrie nehmen diese einst essentielle Komplikation heute noch in ihre Zeitmesser auf.