Ein Pionier der Gemmologie

Eduard Josef Gübelin (1913–2005) war ein neugieriges und intelligentes Kind. Im Gymnasium hat er stets gute Noten erzielt und ein grosses Interesse an Lyrik, Literatur und Sprachen gezeigt. Ebenso konnte er sich für Kunst und  Naturwissenschaften begeistern. Seine Vorliebe für Steine und Mineralien hat sich bereits früh entwickelt, und von Familienausflügen kam er immer mit Taschen voll von Exemplaren nach Hause. Schon als Junge wollte er so viel wie möglich über diese Fundstücke wissen.

Die Anfänge der Gemmologie

Zu jener Zeit war Gemmologie noch eher ein Handwerk als eine exakte Wissenschaft und wurde nur an wenigen Orten gelehrt. Er studierte in Zürich und Wien Mineralogie und ging dann in die Vereinigten Staaten, wo er als zweiter Europäer überhaupt am renommierten Gemological Institute of America ein Diplom erwarb. Doch tief im Herzen war er überzeugt, dass es noch viel mehr zu entdecken gab. Also begann er, selbst Forschungen anzustellen. Auch dies war nicht ganz einfach. Eduard Josef Gübelin war oft unzufrieden mit den verfügbaren wissenschaftlichen Instrumenten, daher erfand er selbst eine Reihe neuer Geräte.

Vor Ort, um Edelsteine zu verstehen

Seiner Ansicht nach war es für das Verständnis von Edelsteinen wichtig, die Orte zu besuchen, wo sie gefördert werden. So wurde er zum Weltenbummler, sammelte Proben aus allen Ecken der Welt und baute eine der umfassendsten und bedeutendsten Referenzsammlungen für Edelsteine auf. Er wurde insbesondere niemals müde, das Innenleben der Edelsteine zu erkunden. Dabei schenkte er Aspekten Aufmerksamkeit, die bis dahin unbeachtet geblieben waren. Seine wichtigste Entdeckung war, dass er die Bedeutung der Einschlüsse erkannte – der Kristalle, Partikel, Blasen und anderen Formen und Farben, die in farbigen Edelsteinen zu sehen sind. Zuvor wurden diese als Makel betrachtet.

Einschlüsse als Zeichen der Herkunft und Quelle der Inspiration

Er zeigte, dass die Einschlüsse, richtig interpretiert, offenbaren können, woher ein Edelstein kommt und – insbesondere – ob er von Menschenhand behandelt wurde. Diese Erkenntnis bedeutete eine Revolution im Fachgebiet, wodurch er sich als weltweit führender Gemmologe etablierte. Doch die Wissenschaft allein war ihm nicht genug: Er war mit Künstlern aufgewachsen und liebte nicht nur die wissenschaftliche Seite, sondern auch die Schönheit seiner Arbeit. Dies kommt in den grossartigen Fotos zum Ausdruck, die er vom Innern von Edelsteinen aufnahm. Er verwendete dazu wegbereitende mikrofotografische Techniken, mit denen ihm die schönsten und spektakulärsten Bilder von Einschlüssen überhaupt gelangen.

Einer der einflussreichsten Gemmologen des 20. Jahrhunderts

Die Liebe zur Schönheit ist auch in seinen zahlreichen Schriften spürbar, die er sowohl für die Fachwelt als auch für die Allgemeinheit verfasste. Trockene akademische Prosa war nicht seine Sache, seine Texte sind poetischer Natur und zeugen von einem Mann, der eine unglaubliche Leidenschaft für sein Gebiet hegte und diese auch mit anderen teilen wollte. Bei seinem Tod galt Eduard Josef Gübelin als einer der wohl bedeutendsten und einflussreichsten Gemmologen des 20. Jahrhunderts. Er trug dazu bei, die Gemmologie als wissenschaftliche Disziplin zu etablieren, und verhalf der Branche zum wichtigsten Instrument im Kampf gegen Imitationen und Fälschungen. Dazu vereinte er Wissenschaft und Kunst wie wenige andere vor oder nach ihm und inspirierte viele dazu, seinem Vorbild zu folgen. Seine faszinierenden Fotos von Einschlüssen und seine eindrucksvollen Beschreibungen sind Gübelin eine Quelle der Inspiration und Kreativität und strategischer Wegweiser. Er ist Gübelins Leitfigur und verkörpert die Verbindung von Schönheit und Wissen, welche die Marke so einzigartig macht.

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